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7 Mythen über introvertierte Menschen

entspannenDas entscheidende Kriterium, was einen introvertierten Menschen ausmacht ist, dass dieser aus dem Alleinsein Energie gewinnt. Soziale Situationen, in denen er vielen Menschen ausgesetzt ist und sich mit diesen auseinander setzen muss, erschöpfen ihn schnell. Im Gegensatz zu extrovertierten Menschen, die genau durch diese Stimulation Kraft tanken und alleine sein eher langweilig finden. Natürlich verfügt jeder introvertierte Mensch über eine eigene Persönlichkeit und keiner ist so wie der andere. Dennoch gibt es einige Verhaltensweisen, die fast allen Introvertierten gemeinsam sind, wie z.B.: -sich unwohl fühlen in einer Gruppe von mehreren Menschen, geschweige denn Menschenmassen – lieber tiefgehende Gespräche führen, als Smalltalk – lieber schweigen, als reden um des Redens willen – sich schriftlich besser ausdrücken können als mündlich. Laut Studien sind mindestens 25% der Bevölkerung introvertiert. Das heißt etwa jeder vierte Mensch ist davon betroffen. Dennoch gibt es viele Missverständnisse, was Introvertiertheit betrifft. In unserer extravertierten Gesellschaft wird da schnell ein oberflächliches Urteil gefällt.

Darum hier nun die 7 häufigsten Missverständnisse bezüglich Introvertiertheit:

 

1. Introvertierte sind schüchtern.

Introvertiertheit und Schüchternheit sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Schüchternheit beruht auf der Angst von anderen beurteilt zu werden und kann bis hin zu sozialer Angst führen. Introvertierte haben keine Angst vor Menschen. Sie sehen nur einfach keine Veranlassung jemand ohne Grund und mit einer Belanglosigkeit anzusprechen. Werden sie von jemand angesprochen, sind sie durchaus aufgeschlossen. Sie reden einfach nicht gerne um des Redens willen. Sind an einem interessanten Gespräch aber fast immer interessiert. Und da komme ich schon zu dem nächsten Punkt.

2. Introvertierte reden nicht gerne.

Ich würde mich auch als introvertiert bezeichnen und jeder der mich kennt, weiß dass ich stundenlang reden kann- wenn mich das Thema interessiert. An einem früheren Arbeitsplatz allerdings, konnte ich es kaum ertragen, wenn in Meetings über einen Haufen Nichts geredet wurde, nur um die Tagesordnung abzuarbeiten. Ergebnisse ? Häufig minimal. Introvertierte Menschen sind dann nicht selten diejenigen, die dann wieder zum eigentlichen Thema hinlenken. Small Talk auf Parties und ähnlichen Socializing Anlässen sind einem introvertierten Menschen allerdings ein Graus. Da wird dann lieber das Gespräch mit einer Person bevorzugt. Eine echte Begegnung mit einem Menschen auf der gleichen Wellenlänge.

3. Introvertierte sind menschenscheu.

Im Gegenteil, Introvertierte pflegen sehr intensive Freundschaften. Sind in ihren Beziehungen in der Regel verlässliche und treue Partner und sehr mitfühlende und fürsorgliche Menschen (70% aller hochsensiblen Menschen sind introvertiert). Du kannst dich glücklich schätzen, wenn du einen Introvertierten zum Freund oder Partner hast.

4. Introvertierte sind langweilig.

Introvertierte erleben genauso gerne Abenteuer wie andere auch. Sie müssen sich nur öfters zwischendurch erholen und Phasen des Alleinseins haben. Sie treffen auch gerne auf Menschen und lernen neue Menschen kennen. Die Toleranzschwelle ist eben nur eine andere. Die Kriterien ob der Kontakt zu einem anderen Menschen bestehen bleibt, hängt davon ab, wie sehr man auf einer Wellenlänge ist. Ist das nicht der Fall, ist der Punkt bei einem introvertierten Menschen schnell erreicht, an dem das Interesse an einem weiteren Gespräch erschöpft ist. Ein extrovertierter Mensch würde an diesem Punkt vermutlich die Konversation noch weiterführen und auch einen oberflächlicheren Kontakt aufrecht halten. Das Innenleben eines introvertierten Menschen ist unglaublich bunt und vielseitig, Dieses teilen zu dürfen, ist oft ein großes Abenteuer.

5. Introvertierte wollen immer alleine sein.

Introvertierte Menschen arbeiten gerne alleine und fühlen sich mit ihrem reichhaltigen Innenleben und ihren Gedanken sehr wohl. Dennoch auch sie wollen die Eindrücke und Gedankengänge mit jemand teilen. Können sich sehr einsam fühlen, wenn es niemand gibt mit dem all die Eindrücke und Gedankengänge geteilt werden können. Sie sehnen sich genau wie jeder andere Mensch nach tiefen, echten Beziehungen und Gemeinsamkeit.

6. Introvertierte sind Sonderlinge.

Introvertierte rennen nicht jedem Trend hinterher und sind meist Individualisten. Sie sind nicht so abhängig von der Meinung anderer und nicht so leicht beeinflussbar. Ihre Entscheidungen und ihre Meinung hängen nicht davon ab, was gerade angesagt ist. Ihre Leistungen und Erfolge posaunen sie meistens nicht heraus, nur um die Anerkennung des Vorgesetzten zu bekommen. Für sie zählen das Ergebnis und der Sinn einer Arbeit.

7. Introvertierten fehlt es an sozialen Fähigkeiten.

Introvertierte haben in Gesellschaft oft die besten Umgangsformen. Sie sind sehr darauf bedacht respektvoll mit ihrem Gegenüber umzugehen. Sie würden niemals jemand bloß stellen und vermeiden gerne, dass sich jemand schlecht fühlt in ihrer Gegenwart. Sie sind nur schnell erschöpft von „leeren“ Gesprächen, Dampfplauderei und lauten Menschen, bzw, lauter Umgebung. Dann kann es passieren, dass sie ganz schnell „verschwinden“. Du hast den Artikel bis zum Ende gelesen. Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit. Nun bist du aber dran. Welche der Vorurteile gegenüber Introvertiertheit kommen dir bekannt vor? Bist du schon ähnlichen Vorurteilen begegnet? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar.
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12 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel. Jetzt weiß ich, dass ich introvertiert bin, obwohl ich das von mir vorher nicht behauptet hätte. Aber alle Punkte treffen zu. Super

    • Liebe Simone,
      es gibt viel zu wenig Aufklärung, was Introvertiertsein betrifft. Solange man nicht weiß, was es wirklich ausmacht, kommt man manchmal nicht auf die Idee, selbst ein introvertierter Mensch zu sein,trägt die ganzen Vorurteile selbst mit sich rum, stellt dann auch leider seine eigenen Empfindungen nicht in diesen Kontext, geht darüber hinweg und überfordert sich dadurch viel zu oft. Ganz herzlichen Dank für deinen Beitrag.
      liebe Grüße
      Edith

  2. Liebe Edith, ein gelungener Artikel, der regelrecht aus Dir heraus geflossen ist. Ich möchte noch ein Vorurteil hinzufügen, das ich als toxisch empfinde. Es wird oft angenommen, dass Introvertierte dumm oder unbegabt sind, weil sie nicht andauernd im Stil der vermeintlichen Leistungsgesellschaft mit einem aggressiven Selbstmarketing beschäftigt sind.
    In meiner Berufspraxis habe ich einmal einen Vorgesetzten erlebt, der seine Mitarbeiterin als dumm und unfähig bezeichnete, weil er ihre Fähigkeiten nicht einschätzen konnte.
    Grüße an Madagaskar!!!

    • Liebe Ghania,
      ganz herzlichen Dank für deinen leidenschaftlichen Beitrag. Dieses Vorurteil, Introvertierte seien dumm ist mehr als dumm. Im Gegenteil,introvertierte Menschen verfügen statistisch über eine höhere Intelligenz als extrovertierte ( natürlich ist keiner von beiden Typen besser oder schlechter).
      Ja, es wird Zeit, dass da mehr Aufklärung statt findet, vor allem in den Führungsetagen und auch Schulen. Dieser ständige Gruppenarbeitszwang ist für introvertierte Kinder Gift. Introvertierte in der Arbeitswelt bringen hervorragende Ergebnisse, wenn sie ungestört arbeiten können.
      Die introvertierte Miss Madagaskar schläft gerade neben mir in ihrem Körbchen und träumt von deinen Leckerlies.
      lieben Gruß
      Edith

  3. Hallo
    Danke für den tollen Beitrag, ich bin auch introvertiert wusste es bis Heute nicht so genau weil mir die Chefs oft das gesagt haben und ich nicht wusste ob das schlecht oder gut ist.

    • Liebe Kathrin,
      vielen Dank für deinen Beitrag! Es macht oft einiges leichter, wenn man weiß dass man introvertiert ist und wie sich das auf sein Leben auswirkt. Wenn du mehr wissen möchtest, kann ich dir das Buch „Still“ von Susan Cain empfehlen. Übrigens auch super interessant für Chefs 🙂
      lieben Gruß
      Edith

  4. Hallo,
    wunderbarer Artikel, bin sehr oft auf der Suche nach Artikeln, die mir aus der Seele sprechen. Die Introvertierheit beschäftigt mich seit einer geraumen Zeit, hab selbst viele Bücher dazu gesucht, allerdings findet man immer Bücher über die Schuchternheit/Sociale Phobie etc. Nur leider keine qualitativen Bücher die introvertierte Menschen ansprechen. Deshalb surfe ich gerne im Netz, um mich mit diesen Thema zu beschäftigen. Bei mir fing es am Arbeitsplatz an, wo mich meine Arbeitskollegen als sehr zurückhaltend beschrieben. Manche meinen sogar, dass ich sehr leise rede und oftmals an Gesprächen nicht teilnehme, eine Person die anderen eher zuhören kann und Sachen analysiere. Doch bin ich mit einer Person alleine kann ich oftmals wie ein Wasserfall reden und komme nicht zum Ende. Meine Freundin ist das Gegnteil von mir, sie ist sehr offen, redet die Leute oftmals direkt an und versteht sich mit Wildfremden Menschen auf Anhieb. Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass immer mehr Artikel den introvertierten Leser ansprechen und uns Kraft geben, dass wir doch zur Gesellschaft gehören. Auch ein sehr guter Beitrag neben dem, der mir Kraft gegeben hat: http://www.derneuemann.net/introvertierte-maenner-eigenschaften/768 Ansonsten würde ich mir liebend gerne mehr zu diesem Thema wünschen.

    Ich bin froh, dass ich introvertiert bin, auch wenn es einige Nachteile mit sich bringt, trotzdem sollte jeder zu seinem ICH stehen.

    Viele Grüße – die Welt braucht auch Leute unserer Art!

    • Lieber Franz,
      ganz herzlichen Dank für Deinen Beitrag! Und danke für den link, der sicherlich auch für andere Leser hier interessant ist. Gerade Männer haben da oft noch viel eher mit Vorurteilen zu kämpfen. Ich finde es aber großartig, dass du so selbstbewusst dazu stehst.
      liebe Grüße
      Edith

  5. Hallo

    Vielen dank für das veröffentliche Thema ,
    es tut unglaublich gut zu wissen ,das ich nicht alleine bin.

    Leider konnte ich in meinen 23 Jahren nur ein introvertierten Freund kennen lernen der jedoch aus der Stadt ziehen musste.

    Das leben eines introvertiert en ist einfach in jeder gemeinsamen Aktivität die Hölle, doch meine ich,das dass Thema in der Grundschule sowie Oberschule unbedingt rann kommen muss ,so können auch wir uns gleichberechtigt entwickeln. (Damit meine ich ein uneingeschränkt es leben ohne Missverstände)

    So würden die Eltern zukünftiger introvertiert er Kinder ,sie auch richtig erziehen.
    Meine Mutter zwang mich zur Karate Schule und fast tägliche andere Aktivitäten bei der ich in Gruppen ohne ein Familien Mitglied überlebend musste.

    Selbst heute im erwachsenen alter versteht sie den unterschied zwischen schüchtern und introvertiert nicht.

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar! Ja, leider wird Introvertiertheit immer noch sehr oft mit Schüchternheit verwechselt. Das Bewusstsein für diese Thematik ist einfach noch in den Kinderschuhen, doch entwickelt sich zunehmend und lässt hoffen, das es bald Allgemeinwissen ist und dann in der Erziehung, in den Schulen und Arbeitsplätzen seine Berücksichtigung findet. Alles Liebe für Dich. Edith

  6. Meine beiden Söhne sind eindeutig introvertiert. Sie sind ganz besondere Menschen, die nicht immer Anklang in der Gesellschaft finden.
    Ich bin sehr stolz darauf ihre Mutter zu sein, wobei ich eher zu den extrovertierten Menschen gehöre, oft bedacht darauf es jedem Recht zu machen und mit der Masse zu schwimmen. Die Kinder bereichern mein Leben, weil gute Kommunikation, viele interessante Themen unser Leben
    bestimmen.

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